InstaLive: Tabuthema: Häusliche Gewalt – Welchen Einfluss hat die Pandemie? Montag, 01.03. um 20 Uhr

Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas, das die Krisen in unserer Gesellschaft verschärft und neue hervorbringt. Ob die Defizite in der Digitalisierung, die Vergrößerung der Schere zwischen Arm und Reich oder die psychischen Folgen bei Kindern wegen fehlender Kontakte. Durch die Corona-Pandemie ebenfalls in den Fokus gerückt ist häusliche Gewalt.
 
Laut einer repräsentativen Studie der Technischen Universität München (TUM) aus dem letzten Jahr stieg das Risiko für häusliche Gewalt, vor allem wenn Frauen wegen Quarantäne zuhause blieben oder finanzielle Sorgen existierten.
 
Eine wichtige Institution bei der Beratung und Unterstützung von Betroffenen häuslicher Gewalt ist seit 30 Jahren der Brennessel e.V. – Zentrum gegen Gewalt an Frauen in Erfurt. Der Verein unterstützt Frauen in herausfordernden Lebenssituationen und bei der Aufarbeitung von Folgen sexualisierter Gewalt. Mit ihrer frauenspezifischen Beratungs- und Unterstützungsarbeit ist der Brennessel e.V. ein wichtiger Bestandteil der sozialen Arbeit und Infrastruktur in Erfurt.
 
Vor einigen Wochen war ich bereits vor Ort, um mich über die Kampagne SRECHEN SIE DARÜBER zu informieren. Entstanden ist die Kampagne aus der Erfahrung heraus, dass es gerade jetzt in Corona-Zeiten für Betroffene häuslicher Gewalt noch schwieriger ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen. (Quelle: Stadtverwaltung Erfurt)
 
Vor dem Hintergrund des in Kürze stattfindenden internationalen Frauentags möchte ich mich in einer weiteren Ausgabe von Insta-Live dem Thema häuslicher Gewalt widmen. Dazu habe ich Madlen Merten, eine Beraterin der Brennessel, eingeladen und freue mich auf das Gespräch mit ihr.
 
Ich würde mich über deine Teilnahme an der Veranstaltung nächsten Montag, 01.03.2021, ab 20 Uhr auf meinem Instagram-Account https://www.instagram.com/demoe21/
 
Hinweis: „Für Frauen in Krisensituationen – wie häusliche Gewalt, Stalking oder auch Mobbing – gibt es ein bundesweites Hilfetelefon. Unter der kostenlosen Notrufnummer 08000 116 016 stehen betroffenen Frauen ab rund um die Uhr kompetente Ansprechpartnerinnen bei allen Fragen zur Seite.“ (https://www.thueringen.de/…/gew…/hilfetelefon/index.aspx)

Digitaler Austausch zu Jugendarbeit und -hilfe in Erfurt – Ausweitung von Schutzmaßnahmen gefordert

Damit Jugendarbeit in Erfurt sichergestellt ist, braucht es einen besseren Schutz von haupt- und ehrenamtlichen Beschäftigten. Das ist eines der Ergebnisse der digitalen Gesprächsrunde, an der Vertreter:innen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Jugendverbandsarbeit in dieser Woche teilnahmen. Eingeladen hatten Denny Möller, jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag und Daniel Mroß, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses und Mitglied der SPD-Fraktion im Erfurter Stadtrat.

Im Mittelpunkt stand das Interesse, wie es jungen Menschen in Zeiten von Kontaktreduzierung und Distanzunterricht in Erfurt geht und wie Jugendarbeit trotz Pandemie ihren Beitrag zur Beteiligung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen konkret leistet. Jetzt, wie auch in der Vergangenheit braucht es gute Kommunikation und Vernetzung.

Die SPD-Politiker ziehen ein positives Fazit aus der Runde der ca. 20 Fachkräfte. Es wurde berichtet, dass sich junge Leute überwiegend an die anstrengenden Regeln halten und hilfsbereit sind. Trotz geschlossener Schulen finden Jugendliche Kontakt zur Schulsozialarbeit, besuchen offene Einrichtung und nutzen digitale Angebot der Jugendverbände. Der Wunsch nach mehr Nähe und Kontakt ist groß und die Sorge, dass die soziale Ungleichheit und Bildungsungerechtigkeit wächst, ist hoch. „Umso wichtiger ist es, dass die Angebote der Jugendarbeit auch in der Pandemie zugänglich sind“ so Möller. „Deshalb braucht es für die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter die Möglichkeit genau wie in Kita und Schule, sich regelmäßig testen lassen zu können“ spricht sich Möller mit Nachdruck dafür aus, die Testungen und die Bereitstellung von Masken auszuweiten, bis die Pandemie durch ausreichend Impfungen eingedämmt ist.

Ein weiteres Fazit ist, dass die Kommunikation zwischen Verwaltung und Jugendarbeit gut funktioniere. Dennoch braucht es den regelmäßigen Austausch mit Kommunal- und Landespolitik, um Mitbestimmung zu ermöglichen. Deshalb will Daniel Mroß die Vertreter:innen des Jugendamts, Stadtjugendrings und des Jugendhilfeausschusses an einen digitalen Tisch bringen, um aufkommende Fragen schnell beantworten zu können. „Wir sollten die Organisation von Tests nicht nur den einzelnen Einrichtungen überlassen“, so Mroß und weiter. „Die Ausweitung von Schutzmaßnahmen in der Jugendarbeit wollen wir gemeinsam beraten und die im Gespräch aufgekommen Fragen z. B. zur Beantragung von Laptops über das Jobcenter werden wir zügig beantworten.“

Denny Möller

SPD Landtagsfraktion     

Daniel Mroß                                                                                    

SPD-Stadtratsfraktion Erfurt

Vorsitzender Jugendhilfeausschuss