Denny Möller: „Wir müssen die Versorgungssicherheit priorisieren!“

Energiepolitiker schlägt Maßnahmen zum Schutz der Glas- und Keramikindustrie vor

Diese Woche hat der Bund die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aktiviert. Die Industrie bereitet sich auf einen möglichen Engpass bei der Gasversorgung vor. Ein Engpass wäre besonders für die traditionell in Thüringen verankerte energieintensive Glas- und Keramikindustrie fatal. SPD-Energiepolitiker Denny Möller sieht Handlungsbedarf:

„Ich bin zuversichtlich, dass die Bundesregierung die Energieversorgung sicherstellt. Gleichzeitig wäre es unverantwortlich, den Ernstfall auszublenden. Glaswannen lassen sich nicht einfach an- und abschalten. Es würde Jahre brauchen, bis sich die Thüringer Glas- und Keramikindustrie von den Folgekosten erholt. Schon jetzt lassen sich die Energiepreis-Steigerungen von bis zu 600 % nicht mehr kompensieren. Glas und Keramik u.a. als Flachglas für Solarmodule und als Isolator in den Stromnetzen sind wesentliche Ressourcen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Kurzarbeit und drohende Schließungen gefährden allein in Thüringen tausende Arbeitsplätze direkt in der Produktion und zahlreiche weitere in den Lieferketten. Wir müssen die Versorgungssicherheit priorisieren!“

Konkret schlägt Möller einen zeitlich befristeten Industriegaspreis vor. Zudem könnte für eine gewisse Zeit der Bund weitere Umlagen auf den Strompreis übernehmen. Mittel- und langfristig müsse die Ersatzversorgung mit Flüssiggas oder Wasserstoff gesichert und die Umstellung von Gas- auf Strombetrieb gezielt gefördert werden.

Priorität hat jedoch die aktuelle Energieversorgung. Möller stellt klar: