Ein Grund zum Feiern! 10 Jahre LAP Erfurt / Partnerschaft für Demokratie

 

Am Freitag den 16.12.22 versammelten sich die im Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, jetzt Partnerschaft für Demokratie Engagierten und Mitarbeitenden zusammen mit den Wegbegleiter:innen der letzten Jahre im Festsaal des Erfurter Rathauses, um miteinander das 10 Jährige Bestehen zu feiern. In Film, Fotos und Texten vorgestellt wurden einige der bis zu 60 jährlich geförderten Projekte, die sich für ein vielfältiges Erfurt und gegen Hass und Hetze einsetzen. Denn bei dem Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus dreht sich alles um die Unterstützung von vor Ort entworfenen Konzepten zur Stärkung der gesellschaftlichen Werte für ein friedliches und demokratisches Zusammenleben.

Seit der zivilgesellschaftlichen Forderung im Jahr 2009, mit Unterstützung der Fraktionen im Landtag, bündelt das LAP / Partnerschaft für Demokratie die Maßnahmen für die Ziele des Thüringer Landesprogramms „Denk Bunt“ für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Neben zivilgesellschaftlichen Trägern, Vereinen und lokalen Initiativen kann jede Person ab 18 Jahren einen Antrag für die Förderung ihrer Projektidee einreichen. Es geht um das Engagement und die Zusammenarbeit von Bürger:innen vor Ort mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung. Kurzgesagt, ein demokratisches Miteinander der politischen Kultur in Thüringen entsteht aus unserer Gesellschaft heraus. Die Mitarbeit, das Interesse und das gemeinsame Engagement für unsere Demokratie lebt durch eine vielseitige zivilgesellschaftliche Teilhabe.

Besonders in den letzten Jahren und Monaten erleben wir alle eine Zuspitzung und Radikalisierung eines hasserfüllten Spannungszustands in Politik und Alltag. Die größte terroristische Gefahr in westlichen Ländern geht, laut der Einschätzung des UN-Generalsekretärs, heutzutage von extremen Rechten und ihren autoritären, rassistischen Verschwörungsideologien aus. Befeuert werden diese aktiv von Parteien die das Interesse ihre Wähler:innen mit eben solchen politischen Positionen erwecken und befördern. Wo eine klare Abgrenzung demokratischer Parteien von derartigen Positionen und Überzeugungen fehlt oder abgebaut wird, wird unter fortwährenden Tabubrüchen aktiv am Abriss der Brandmauer gegen Rechts gearbeitet. Damit einher geht die Arbeit gegen eine freiheitliche, vielfältige und weltoffene Gesellschaft und gegen eine Kultur des demokratischen Miteinanders, sowie der Förderung humanistischer Grundwerte.

In Anbetracht dieser Entwicklung möchte ich allen engagierten Demokrat:innen zum einen herzlich für ihre starke Arbeit und weitreichende Beteiligung danken.

Zum anderen muss ich entschieden vor der CDU forcierten Kürzung der Haushaltsgelder für das Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit warnen. 

Hier wird nicht nur an der falschen Stelle gespart, sondern ein Zeichen gegen das demokratische Engagement aus unserer bürgerlichen Mitte gesendet.

Die neue Wahlkreiszeitung „Zuhause“ ist da!

In der Herbstausgabe der „Zuhause“ lesen Sie, auf welchem Stand die bundesweite Suche nach einem Atommüllendlager ist und warum unser Engagement in Thüringen diesbezüglich wichtig ist, wie gewaltbereite Neonazis den Stadtteil Ilversgehoven terrorisieren, was beim Klimaentscheid Erfurt bis Ende November wichtig ist (bis zum 30.11. noch schnell unterschreiben!), welche Hilfe die Energie- und Verbraucherberatung gerade anbietet und warum wir nur mit Solidarität die aktuelle Krise bewältigen können.

Viel Freude beim Lesen! Ihr Denny Möller

Historischer Stadtteilrundgang in der Krämpfervorstadt

24.11.2022 – Rathenaustraße 64, Erfurt.

Nach dem gestrigen Treffen in der Knetschecke begann unser historischer Stadtteilrundgang mit Richard W. Schäfer durch die anliegende Krämpfervorstadt.

Aktuell fällt der zweitgrößte Stadtteil Erfurts durch die vielen Bauvorhaben und Maßnahmen zur Stadtentwicklung auf. Es geht deutlich voran in unserer Nachbarschaft. Bei allen Veränderungen der letzten Jahrzehnte und der kommenden Zeit, soll jedoch die Geschichte des ehemaligen Arbeiterviertels nicht vergessen werden. Wer würde heute darauf kommen, dass während der Zeit des Nationalsozialismus unter Zwangsarbeit in einer Gewehrfabrik Langwaffen hergestellt wurden, die sich mitten im Gebiet der Krämpfervorstadt befand. Ebenso wie die Baracken zur Unterbringung der rund 30.000 Zwangsarbeiter:innen an der Iderhoffstraße.

Wer heute noch den Blick bei einem Spaziergang schweifen lässt, sieht in der Nachbarschaft zur Rathenaustraße die Eckläden an den Wohnblöcken. Teilweise noch in ihrer ursprünglich angedachten Funktion, teilweise umgebaut zu Wohnungen. Zum Beispiel die alte Gaststätte „Loreley“ am Ende der Theo-Neubauer Straße. Früher ein Treffpunkt für Radio- und Livekonzerte, mittlerweile nicht mehr als dieser zu erkennen. Spannend bleibt auch, was die alte Malzfabrik in Zukunft für eine Entwicklung vor sich hat. Noch steht sie als stilles Denkmal in unserer Mitte.

Es gibt viel zu erkunden an historischen Denkmälern und neuen Treffpunkten in der Nachbarschaft, die zu Kultur und gemütlichem Beisammensein einladen. Ich möchte mich bei meinen Nachbar:innen für das große Interesse, sowie den schönen Nachmittag bedanken und freue mich auf unser nächstes Treffen zu einem weiteren Rundgang mit dem Gästeführer und Autor, Richard Schäfer.

Bis bald! Ihr Denny Möller